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Historie Lederwaren Vorpeil

Teil 1

1957 gründeten Ika und Klaus Vorpeil Mode in Leder Vorpeil. Das war eine Zeit, die von Wirtschaftswachstum und Aufschwung geprägt war, Klaus Vorpeil hatte vorher bei seinem Schwiegervater im Schreibwarengeschäft gearbeitet und Kaufmann gelernt. Als dann sein Schwager die Nachfolge antrat, nutzte er die Gelegenheit und machte sich auch selbstständig. Das geschah in der Bahnhofstraße 3 auf gerade mal 25 Quadratmetern mit damals modernen Hand- und Aktentaschen, Koffern sowie Kleinlederwaren.

Der Fokus der Konsumenten lag damals darauf, sich etwas gönnen zu können. So kurz nach dem Krieg gab es noch nicht viel, es ging vor allem um die eine schöne Handtasche, während Reisen (und somit der Kauf von Reisetaschen und Koffern) noch eher außergewöhnlich war.

1962 baute Klaus Vorpeil das Haus in der Apolloniastraße 10 und mit diesem gab es eine doppelt so große Verkaufsfläche. Leider war die Arbeitslosigkeit in den 60er Jahren recht hoch und somit gingen auch die Verkäufe zurück. Die Zeiten waren, besonders nach dem Umbau, nicht einfach. Doch auf Regen folgt Sonne, die Zeiten wurden besser und Klaus Vorpeil konnte Anfang der 70er Jahre hinter dem eigenen Haus gelegene Grundstücke erwerben, um das Ladenlokal noch zu erweitern.

1980 wurde das Gebäude nochmals nach hinten erweitert. Zu der Zeit gab es in der Apolloniastraße noch ein weiteres Lederwarengeschäft sowie die Apotheke. Als Möbel Debetz vom Bockreiterzentrum nach Straß ging und jenes Zentrum umgebaut wurde, zogen viele kleinere Shops ein. Das hat den Ferdinand-Schmetz-Platz extrem belebt. Grundsätzlich war aber die Kleikstraße immer der städtische Fokus aus politischer Sicht und erste Anlaufstelle für Besucher außerhalb von Herzogenrath.

Sicherlich hatten auch die Umstände – etwa, dass es noch kein Internet in Herzogenrath gab – dazu beigetragen, dass im Stadtkern mehr los war. Trotzdem hätte sich Klaus Vorpeil wohl nicht gegen Online-Handel gewehrt. Indem er sehr dominant in seinem Tun war, wollte er vor allem eins: Mithalten und nicht aufgeben. Von 1957 bis 1983 konnte Lederwaren Vorpeil unter der Leitung von Klaus Vorpeil ein stetiges Wachstum verzeichnen.


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Teil 2

1983 übernahm Wolfgang Vorpeil das Geschäft von seinem Vater. Dabei führte er Schuhe in das Sortiment mit ein und erweiterte die Grundstücksfläche noch mehr. Während es zu der Zeit von Klaus Vorpeil nur eine zusätzliche Mitarbeiterin gab, besteht das Team heute aus sieben Personen (wobei vier davon zur Familie Vorpeil zählen).

Zu den Dingen, die er von seinem Vater gelernt hatte, zählt Wolfgang Vorpeil den netten und verbindlichen Umgang mit Kunden, sein gutes Verhandlungsgeschick und die kaufmännische Reife. Bevor er Mode in Leder Vorpeil übernommen hatte, sammelte er Berufserfahrungen durch seine Lehre als Bänker, außerdem als Assistent der Geschäftsführung in einem Lederwarengeschäft auf der Düsseldorfer Königsallee und in einer Aachener Schirmfabrik.

Das Gebäude, wo zuletzt der Supermarkt Rewe inne war (gegenüber von Lederwaren Vorpeil), wurde zeitgleich – 1983 – gebaut. Vor Rewe waren dort ein Netto, davor ein Plus, davor ein Ledi beheimatet, also stets Lebensmittelgeschäfte. Und es gab eine Bushaltestelle direkt vor der Tür von Mode in Leder Vorpeil – alles Faktoren, die zu einer florierenden Apolloniastraße beitrugen.

2012 wurde das Gebäude der Apolloniastraße 12 – nebenan – gekauft und so konnte die Geschäftsfläche um weitere 100 Quadratmeter erweitert werden. Dazu wurde ein Umbau veranlasst, der es erforderlich machte, das Geschäft für ein paar Wochen geschlossen zu halten.

Während es in den 60er Jahren kaum Marken gab, werden heute zu 90 Prozent Marken-Produkte verkauft. Das fing Ende der 90er Jahre mit Esprit und s.Oliver an. Auch der Stellenwert der Handtasche hat sich mit dem erhöhten Aufkommen von Modemagazinen stark gewandelt.

„Für meine Kinder wünsche ich mir, dass es weiterhin gut läuft, auch wenn aktuell mit der Corona-Pandemie schwierige Zeiten anstehen. Die vielen Leerstände machen es nicht besser“, sagt Wolfgang Vorpeil heute, „das Schöne ist, dass auch Merksteiner und Kohlscheider gerne bei uns kaufen.“

Natürlich haben sich auch die Materialien geändert und es werden nicht ausschließlich Lederwaren verkauft. Während Wolfgang Vorpeil noch mit einem fast drei Kilo schweren Schulranzen zur Schule ging, wiegen die aktuellen Modelle für Erstklässler nur noch ein Kilo oder sogar weniger.


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